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„Mein Label ist wie ein kleiner Wellensittich!“ – Werkstattbesuch, Klappe die Erste: Vaersgo

Vaersgo BrustbeutelWer aufmerksam meine Treibgutsammlungen verfolgt, dem ist vielleicht noch der grandiose Vaersgo Brustbeutel in Erinnerung geblieben. Handgefertigt inklusive grafischer Siebdruckmuster kommen Conny Wiedemuths schlichte Taschen, Topflappen, Mäppchen und Postkarten daher.
Mit Vaersgo starte ich meine WERKSTATTBESUCHE. In loser Folge werde ich Kreative bei ihrer Arbeit besuchen. Ich nehme euch mit in Ateliers, Werkstätten, Bastelbutzen – oder, so wie bei Conny, in das Arbeitszimmer zuhause. Vaersgo ist ihr Herzblutprojekt, das seit drei Jahren neben ihrem Vollzeitjob als Grafikerin an den Wochenenden wächst und gedeiht. Welche Rolle Kopenhagen, eine Pferdedecke und ein Wellensittich bei dem kleinen Münchner Label spielen und warum dabei nix ohne ein “Bitteschön!” geht, erzählte mir die 31-Jährige bei einer Tasse Kaffee an ihrer Nähmaschine unterm Hochbett.Conny WiedemuthTaschen mit Lederhenkel
Du warst während deines Kommunikations-Design-Studiums ein Semester in Kopenhagen. Was hat dich dort nachhaltig geprägt?
Kopenhagen ist schlicht und einfach meine Stadt. Dort herrscht eine tolle Atmosphäre, die Menschen sind entspannt und haben ein Auge für gute Gestaltung. Ich mag das minimalistische und klare Design sowie die Verbindung von Tradition und Moderne in Skandinavien.
Wie ist dein Label entstanden und was hat es mit dem Namen auf sich?
Ich nähe schon sehr lange. Ehrlich gesagt fing es damit an, dass ich als junges Mädchen unbedingt eine Pferdedecke haben wollte. Da die aber zu teuer war, hieß es Selbermachen! Meine Mama zeigte mir schließlich wie es funktioniert und so begann meine Leidenschaft fürs Nähen. Vaersgo gibt es nun seit drei Jahren. Es ist cool ein eigenes Label zu haben, das gibt meinem Schaffen einen Rahmen und eine Bedeutung. Und zum Namen: Vaersgo ist dänisch und bedeutet „bitteschön“. In Kopenhagen habe ich das sehr oft gehört. In Cafés beispielsweise wird jede Bestellung mit einem „vaersgo“ gebracht. Ich mag es, dass meine Produkte quasi mit einem „bitteschön“ bei meinen Kunden landen.
Stoffstempel
Worauf achtest du bei deinen Materialien besonders, was ist dir wichtig?
Ich lege Wert auf natürliche Stoffe. Meist kaufe ich sie secondhand auf Flohmärkten, oder unterwegs auf Reisen. Dabei achte ich auf Struktur und eine schöne Anmutung. Ich mag den Gedanken, dass ein Stoff einmalig oder limitiert und nicht als Massenware erhältlich ist. Dabei kann es sein, dass die Stoffe auch mal ein bis zwei Jahre bei mir herumliegen bis sie zum Einsatz kommen. Stoffe von meinen Reisen nutze ich auch gerne nur für mich und nicht fürs Label – wegen der Erinnerungen…Und so wie die Stoffe, sind auch meine Stücke keine Massenware. Es gibt keine Kollektionen. Ich nähe und schaue was dabei entsteht. Wenn ich zehnmal das gleiche Teil nähen müsste, würde mich das einengen und es wäre schnell langweilig.
Wie bist du aufs Siebdrucken gekommen?
Während meines Studiums habe ich mich mit verschiedenen Drucktechniken beschäftigt. Siebdruck ist für mich ideal, um meine Motive einfach und per Hand auf Stoff zu bringen. Das funktioniert zwar im Rahmen meiner kleinen Werkstatt nicht super filigran, aber für mich ist das völlig okay, das Handgemachte soll ja auch sichtbar bleiben. Ein Muster auf Stoff ist immer ein schöner Blickfang, finde ich.
Wie entstehen deine Muster und Motive für deine Siebdrucke?
Ehrlich gesagt habe ich dafür keinen Masterplan. Ich scribble einfach vor mich hin und stelle dann die einzelnen Elemente am Rechner so zusammen, bis es mir gefällt.
ConnyReissverschlussWas bedeutet dein Label für dich?
Vaersgo ist wie ein kleiner Wellensittich für mich, wie ein Freund, mit dem man viel Spaß haben kann. Den ich aber auch in Ruhe lassen kann, wenn mir danach ist. Und so soll es auch bleiben: Ich möchte mich durch mein Label nicht unter Druck gesetzt fühlen. Und da ich nicht davon leben muss, ist es okay, wenn es auch mal zwei Wochen ruht. Mir ist es wichtig, Abwechslung zu haben, etwas Eigenes zu kreieren macht mich glücklich.
Was gibt es für Pläne, bleibt es eine Leidenschaft neben deinem Hauptberuf?
Ab Mai möchte ich in meinem Vollzeitjob als Grafikerin etwas kürzer treten. Die Idee ist, auf jeden Fall mehr Zeit für mein Label zu haben. Wobei ich alles auf mich zukommen lasse und einfach schaue, was die Zukunft bringt. Von daher lasse ich es ganz entspannt angehen.
Denkst du an neue Produkte?
Ich möchte mehr mit natürlichen Farbstoffen zum Textilfärben experimentieren. Ich denke da an Lebensmittel oder Pflanzen. Dabei entsteht oftmals eine einzigartige Optik. Außerdem möchte ich meine Produkte um Wohn-Accessoires erweitern, wie etwa Kissen oder Geschirrtücher. Wobei ich gerade noch dabei bin Material zu testen. Denn was nützt einem das schönste Geschirrtuch, wenn es nicht richtig abtrocknet?
KartensammlungWo können wir Vaergso Taschen & Co. kaufen?
Meine Stücke sind über verschiedene Onlineshops wie Dawanda , Etsy und meinen Eigenen  zu bekommen. Tschau Tschüssi in Leipzig verkauft auch eine kleine Auswahl. Außerdem bin ich im Herbst wieder auf Märkten unterwegs. Ich bin großer Fan des Hello Handmade Marktes in Hamburg.
Wie siehst du die derzeitigen Do-it-yourself-Geschehnisse – eher als Trend oder langfristige Bewegung?
Das ist eine spannende Frage. Ich weiß nicht, wohin sich das alles entwickeln wird. Ich mache auf jeden Fall weiter.
Verrätst du uns noch deine Lieblingsblogs?
Einen mag ich besonders:Fine little day. Ein sehr bekannter Blog aus Göteborg.
Liebe Conny, vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in deine Vaersgo-Werkstatt!

Rausgefischt – Treibgut der Woche #10

Schwebende Tische, altmodische Platzdeckchen im Ombre-Look, quietschbunte Schlüsselkleider oder Geo-Kerzen – das Wochenende inklusive DIY-Bastelsessions steht vor der Tür. Macht was draus! Ich freu mich immer riesig, wenn euch das eine oder andere DIY zum Nachmachen animiert :). Kerstin vom Blog Fancrafts hat kürzlich eine witzige Variante der gequilteten Laptop-Tasche von The Purl Bee nachgenäht. Coolio!

Leinenbluse1. Lässige Leinenbluse: per Siebdruckverfahren von Hand verschönert. Im Etsy Shop von Arcelia zu erwerben.

Platzdeckchen-Ombre2. Her mit altmodischen Platzdeckchen – insbesondere wenn sie im hippem Ombre-Look daher kommen! Wie ihr dieses fantastische Tischset herstellt, zeigt euch Bri Emery von Design love fest.

Haengetisch3. Let’s swing, baby! Die easypeasy Hängetisch-Anleitung findet ihr bei Mette von Monsterscircus.

Geokerzen4. Kerzen selber machen – aber in cool. Bei Craftstutsplus gibts die DIY-Anleitung inklusive der Vorlagen für die geometrischen Formen.

Schluesselkleider5. Öfter mal wat anderes! Zum Beispiel Fadenkleider für eure Schlüssel. Ich finds schick, ob es praktisch ist sei dahin gestellt…Was ihr für die Schlüssel-Verschönerung benötigt, zeigt euch Nathalie von Crème de la Craft.

Fotocredits: etsy.com/shop/ArceliaHome | designlovefest.com | monsterscircus.com | crafts.tutsplus.com | cremedelacraft.com